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Malcolm Rathmell im Interview

 

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Malcolm Rathmell

Pexa 2009

Daniela Pexa - Akrapovic

Lars Enöckl 2009

Jarvis 2008

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:: Malcolm Rathmell ::

Malcolm Rathmell, geboren 1949, wurde 1974 mit einer Bultaco Trial-Europameister.

1973 und 1979 siegte er beim den Schottischen Six Days Trial.

1972, 1974, 1975,1976, 1979 und 1980 war er britischer Trialmeister.

1971, 1973, 1975, 1976, 1979 und 1980 siegte er beim Scott Trial.

Malcolm Rathmell
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Weblinks:

www.trialsport.at

www.sherco-moto.com

www.enduro-austria.at

www.erzberg.at

 

Gespräch mit Malcolm Rathmell

Malcolm Rathmell

Malcolm Rathmell ist einer der größten Händler für Trialmotorräder seit der 1970er Jahre; auch heute ist er der Trialwelt noch verbunden. Er ist Sherco-Importeur für Großbritannien, und ohne Zweifel ist Malcolm eine Autorität wenn es um Fragen des Trialsportes geht.

In folgendem Gespräch zwischen Arnau Vilardell, dem Verkaufsmanager von Sherco und Malcolm Rathmell machen sich die Beiden Gedanken über die Zukunft des Trialmarktes.

Im Gespräch

AV: Wie siehst du die Entwicklung des Trial-Motorrad-Marktes?

MR: Mit den gegenwärtigen weltweiten ökonomischen Problemen sehe ich zwei schwierige Jahre auf uns zukommen. Als Sherco Importeur von Großbritannien dürfen wir unsere Kunden natürlich nicht im Stich lassen, und wir müssen zusehen, dass wir schnell auf die Veränderungen im Weltmarkt reagieren, und im Spiel sofort wieder vorne dabei sind, wenn wieder Bewegung in den Markt kommt. Das Problem mit den fehlenden Übungsplätzen und mit dem Lärm verschärft sich zunehmend und es wird hier auch weiterhin Arbeit notwendig sein. Unsere Hoffnung ist, dass der Trialsport sich auf dem heutigen Niveau halten kann. Ist dass der Fall, so können wir schon glücklich sein.

AV: Neuerlich blicken wir auf ein Jahr zurück, in dem Lampkin und Jarvis, die ja sicher Elitefahrer sind, den britischen Trialsport dominiert haben. Wer soll in ihre Fußrasten steigen, wenn diese beiden einmal zurücktreten?

MR: Wir halten ständig nach neuen Talenten Ausschau. Es ist aber so, dass Spanien die Jugendtrialszene der letzten sechs bis zehn Jahre dominiert hat. Wir versuchen aber unablässig neue Fahrer zu finden. Ich würde sagen die Sache ist in England deshalb so kompliziert, weil die Fahrer hier auch finanziell von der Familie unterstützt werden müssen, um den Anschluss an das Weltklasseniveau zu schaffen. Wir haben gegenwärtig 5 oder 6 gute Fahrer die auf diesem Weltklasseniveau mitfahren und - ja, ich glaube dass wir in Zukunft gute Ergebnisse erwarten können. Es ist klar, dass es schwierig sein wird, wieder jemanden auf das Niveau eines Lampkin oder Jarvis zu bringen. Sie haben den Sport in den letzten zehn oder fünfzehn Jahren entscheidend mitbestimmt. Es wird aber so sein, dass die Spanier noch eine Weile siegen werden, bevor wir wieder ganz vorne mitspielen.

AV: Wie denktst du über den Einzug der Mädchen in den Trialsport?

MR: Ich denke es ist sehr gut, wenn wir Mädchen und Frauen im Trialsport haben. Unglücklicherweise habe ich die beste weibliche Fahrerin, die ich hatte, verloren. Sie erreichte Platz vier im Andorra-Lauf zur Frauen-WM. Sie wäre die nächste Anwärterin auf den Frauen-WM-Titel gewesen. Sie ist erst 16, eine unglaublich gute Fahrerin, hat eine starke Persönlichkeit und hat eine ungewöhnlich gute physische Kraft. In jeder Hinsicht ist sie die beste, die England hat.

AV: Glaubst du eigentlich, dass Frauen den Trialsport für ein größeres Marktsegment interessant machen könnten?

MR: Das glaube ich nicht. Ich mag es Frauen beim Trial zuzusehen, aber die Leistungen liegen doch klar hinter der von Männern. Die derzeitigen Sektionen sind sehr technisch und erfordern ungeheuer viel Kraft. Das ist ein Nachteil für Frauen. Laia Sanz ist ein gutes Beispiel für eine Frau, die genug körperliche Kraft mitbringt um mit den Männern mithalten zu können – aber sie ist eine Ausnahme. ich würde es gerne sehen, wenn der Sport zu einem System zurückkehren würde, das sich an die breite Öffentlichkeit wendet. Ich glaube dann würden Burschen und Mädchen im gleichen Maße zu diesem Sport finden.

AV: Sherco ist jetzt seit 10 Jahren im Trialsport. Wie siehst du die Stellung der Marke in der Szene?

MR: Es ist unglaublich was Sherco in diesen 10 Jahren geschafft hat. Natürlich fehlt noch die WM-Krone, aber wir sind sicher, dass auch diese noch erreicht wird. Es ist natürlich eine Frage der personellen Besetzung. Wir müssen neue Fahrer unter Vertrag nehmen und ausbilden. Graham Jarvis hat dreimal Platz Vier in der WM erreicht. Cabestany kann das noch übertreffen, und ich bin mir sicher, dass er alle besiegen kann.

AV: Glaubst du, dass es in Zukunft ausschließlich Viertakt-Motorräder geben wird?

MR: Nein, definitiv nicht. Die FIM hat erklärt, dass in der WM Viertakt-Motorräder gefahren werden müssen. In Großbritannien sind noch 90% der Motorräder Zweitakter. Sie sind leichter zu fahren, zu warten und zu verkaufen. Die Kosten für die Reparatur einer Viertaktmaschine können sehr hoch sein. Ich würde sagen, dass die Viertaktmaschinen ein sehr exklusives Spielzeug sind und dass die meisten bei den Zweitaktern bleiben werden.

AV: Bevorzugen britische Fahrer Zweitakter oder Viertakter?

MR: Wir wollen zu unseren Wurzeln zurückkehren. Deshalb wird unsere Vertriebsfirma einen Zweitakt-Fahrer bewerben und unterstützen. Unser Geschäft wurde in der Zweitaktära gegründet und in der Zukunft werden wir etwa zu 70% Zweitakter und zu 30% Viertakter verkaufen.

AV: Findest du, dass die Modellpalette von Sherco komplett ist?

MR: Wir haben eine 125er die gut für junge Fahrer ist, aber wir müssen noch daran arbeiten um die Motorleistung zu steigern. Wir haben für England eigene 250er und 290er die auf britische Verhältnisse speziell abgestimmt sind. Die Motorräder für unseren Markt müssen leicht zu fahren sein. Es ist zwar leicht ein starkes Motorrad für den weltweiten Verkauf zu entwickeln, aber der Verkauf wird sich in Grenzen halten. was wir brauchen ist ein Motorrad für alle Fahrer. Vom Anfänger zum Superstar, sollten alle auf das gleiche Motorrad passen und am gleichen Motorrad Spaß haben.

AV: Haben Lampkins Erfolge den Sport in Großbritannien populärer gemacht?

MR: Ja, natürlich! Wir haben dadurch natürlich viel TV-Zeit bekommen, und das ist wichtig. Du kannst das Publikum nicht vergrößern, wenn du nur in der Fachpresse publizierst, du brauchst dazu schon Tageszeitungen und Fernsehen. Es ist sehr schade, dass fast 100% der Spitzenfahrer aus Spanien kommen, denn der Markt hört nicht an den spanischen Grenzen auf. Wir müssen auch gute Trialfahrer in Italien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien unterstützen. Es sollte unser Ziel sein die besten Fahrer der meisten Länder zu unterstützen.

AV: Ist das Schottische Sechstagetrial die beste Möglichkeit ein Trialmotorrad zu testen?

MR: Ja, ich denke schon. Es ist schon seit so langer Zeit der beste Motorrad-Test. Ja, bis heute gibt es keine bessere Möglichkeit ein Motorrad in sechs Tagen intensiv zu testen. Es ist ein sehr komplexer Bewerb, mit all seinen Gebühren, Bewilligungen, Behördlichen Auflagen, Sicherheitsbestimmungen und mit der aufwendigen Treibstoffversorgung. Und obwohl es für die Teilnehmer sehr teuer ist, ist die Zahl der Teilnehmer sehr hoch. Es ist ein echter Test der Fähigkeiten von Fahrer und Maschine unter härtesten Bedingungen einen extrem harten Kurs zu bewältigen. Auch wenn es in der Zukunft immer schwieriger werden dürfte, hoffen wir, dass es diesen Bewerb noch viele Jahre geben wird.

AV: Fahrer wie Jarvis und Blasuziak haben zuletzt Enduro Bewerbe dominiert. Ist das Trial-Training eine so gute Basis um Motorradfahren zu lernen?

MR: Absolut! Trial ist die Basis. Es lehrt dir die Basistechniken, die es dir erlauben in Straßenrennen, Motocross, Enduro oder Sandbahnrennen effektiver und sicherer unterwegs zu sein. Es ist ein großartiger Sport, und dazu ist es auch noch ein Weg um schon Kindern beizubringen wie man ein Motorrad sicher bewegt.

 

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